Die erste medizinische Nutzung der Kreide für den Kur- und Erholungsbetrieb wurde 1920 in Sassnitz auf Rügen begonnen. Somit kann die Anwendung mit der Rügener Kreide auf eine lange Tradition zurückblicken. Im Rahmen der natürlichen Heilmittel gehört die Heilkreide zu der Gruppe der Peloide, ebenso wie z. B. Hoch- oder Niedertorfmoore oder der Süßwasserschlick. Herausragend aus dieser Gruppe ist aber die Kreide auf Grund ihrer rein-weißen Farbe und der sehr feinen Körnung, wodurch sie sich besonders sanft auf der Haut an-fühlt. Auf Grund der Korngröße verfügt die Heilkreide über hohe sorptive Wirkung.
Die Kreide wird in der Regel warm angewendet. Der Bereich wird besser durchblutet, Schla-ckestoffe und Gifte werden besser aus dem Körper transportiert. So können chronische Entzündungen gelindert werden. Der körpereigene Abwehrmechanismus und das Immunsystem werden gestärkt. Durch die lokale Anwendung kommt es zu einer gesteigerten Durchblutung, einem verminderten Muskeltonus und somit zur Muskelentspannung und Schmerzreduzierung.
Die wichtigsten Anwendungsbereiche sind:
- Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises
- Muskelverspannungen
- Erkrankung des Bewegungsapparates
- Erkrankung innerer Organe (Reflexe über Head´sche Zonen)
- Folgezustände nach Prellungen
- Hauterkrankungen wie Psoriasis, Neurodermitis, nervöse Hautschädigungen u.s.w.
Gegenindikationen sind nur wenige bekannt. Hierzu zählen u. a. Nierensteine auf basischem Ursprung und Fehlfunktionen der Schilddrüse bei Anwendungen mit Algen. Allergische Reaktionen sind bei sach- und fachgerechter Anwendung mit der Rügener Heilkreide bisher nicht aufgetreten oder bekannt geworden. |