Warum sollte man die sektorale Heilpraktikererlaubnis im
Bereich Physiotherapie erwerben (als Masseur und med.
Bademeister braucht man sie nicht)?
Man darf ohne vorliegende ärztliche Verordnung
diagnostizieren und den Patienten behandeln.
Ein Physiotherapeut, der dies ohne ärztliche Verordnung
unternimmt, macht sich strafbar gem. § 5 HeilprG,
auch wenn eine ärztliche Verordnung für frühere
Behandlungen vorgelegen hat. Der Physiotherapeut mit
sektoraler HP-Erlaubnis darf dies, ohne dass er auf eine
ärztliche Verordnung angewiesen ist. Auch präventive
Behandlungen – also Tätigkeiten am gesunden Menschen
- erfordern, wenn sie medizinisches Fachwissen erfordern,
das Vorliegen einer ärztlichen Verordnung, nicht jedoch
bei einer Behandlung. Sie können sich bei dem für Sie
zuständigen Gesundheitsamt nach Terminen für diese
Überprüfungen erkundigen.
Der berufsrechtliche Teil erfolgt an einem Tag, an weiteren
fünf Tagen wird Symptomerkennung und -zuordnung
erarbeitet. Mitgeteilt werden die berufsrechtlichen
Wissensgebiete: „Was darf der Heilpraktiker nicht?
Welche der vielen unterschiedlichen Gesetze verbieten
ihm die Aufnahme heilkundlicher Tätigkeit?“ etc.. In den
medizinischen Fachgebieten wird auf die Symptome
und Erscheinungen der durch den Heilpraktiker nicht
behandlungsfähigen Erkrankungen und der dem
Heilpraktiker nicht zugänglichen Erkrankungen und deren
Erkenntnismöglichkeit hingewiesen.
- als Physiotherapeut können Sie damit im Erstkontakt
(first contact), beschränkt auf den Bereich der
Physiotherapie arbeiten.
- da Therapieverfahren wie Fußreflexzonen-Therapie,
Chiropraktik, Osteopathie u.a. dem HP-Gesetz
unterliegen, benötigen Sie die Erlaubniserteilung als
allgemeiner Heilpraktiker (HP.med)
Auszug aus gestellten Prüfungsfragen 14. Aussagenkombination
Welche der folgenden Befunde und Aussagen sprechen
bei Rückenschmerzen für ein Cauda equina-Syndrom
(Kauda-Syndrom)?
1. Reithosenanästhesie
2. Gesteigerter Patellarsehnenreflex
3. Potenzstörungen
4. Blaseninkontinenz
5. Sensible Störungen im Bereich des Fußrückens
A) nur die Aussagen 1, 2 und 5 sind richtig
B) nur die Aussagen 1, 3 und 4 sind richtig
C) nur die Aussagen 1, 2, 3 und 4 sind richtig
D) nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig
E) alle Aussagen sind richtig
20. Einfachauswahl
Bei der Untersuchung eines Patienten stellen Sie einen
positiven Babinski-Reflex fest. Welche der folgenden
Aussagen zu dem Babinski Reflex trifft zu?
A) Er wird üblicherweise durch Druck auf den medialen
Fußrand ausgelöst.
B) Die Prüfung des Babinski-Refl exes dient der
Untersuchung der Segmente L5-S2 der betroff enen
Seite.
C) Er führt zu einer Dorsalextension aller Zehen
des betroff enen Fußes.
D) Er führt zu einer Dorsalextension der Großzehe bei
gleichzeitiger Plantarflexion bzw. Spreizung der
übrigen Zehen.
E) Nach einer Schädigung des N. peronaeus ist er auslösbar. |