Sonntag, 25. August 2019

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01. August 2019

Lernen & Wissen | Ein neues Kurskonzept für die Manuelle Therapie

Lernen & Wissen | Ein neues Kurskonzept für die Manuelle Therapie
Foto: Adobe Stock/WavebreakMediaMicro

Autor: Raymond Binder

Der VPT Baden-Württemberg führt eine neue Manuelle Therapie Kursserie durch. Die Basis bildet das bisherige Curriculum. Ergänzt wird es um die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse der Manuellen Therapie, der Schmerzphysiotherapie sowie der Therapie cranio-mandibulärer Dysfunktionen. Der Unterricht in diesem Curriculum bezieht sich in erster Linie auf die klinischen Muster der Patienten, die Therapeuten in der täglichen Arbeit einer physiotherapeutischen Praxis begegnen. Einen hohen Stellewert haben die Befunderhebung, das Finden des Therapieziels, die Therapieplanung und die Edukation des Patienten – alles praxisnah umsetzbar.


Was neu ist an diesem Format

Keine graue Theorie! Anhand klinischer Muster und mittels Patientenbeispielen wird eine strukturorientierte Funktionsuntersuchung durchgeführt. Die daraus resultierende Interpretation des Befundes ist die Grundlage der Manuellen-Therapie-Ausbildung, wobei die Basis den Ansprüchen der GKV-Vorschriften entspricht.
Alle bekannten nationalen und internationalen Techniken, die sich in der Praxis bewährten, sind in die Fortbildung integriert. Am Ende eines jeden Kursteiles wird das Erlernte am Patienten vertieft. Das Einbeziehen von Patienten unterstreicht den hohen Praxisbezug der Ausbildung. 
Weiter erhalten die Kursteilnehmer die Möglichkeit, einen Patienten mit seinen Beschwerden innerhalb der Gruppe vorzustellen. Näheres dazu bei Kursbeginn.

Erkennen von Red Flags zunehmend wichtig

Mit Blick auf die Zukunft – Stichworte Blankoverordnung und Direktzugang – bildet der Kurs die Teilnehmer in Diagnostik und Differenzialdiagnostik fort und gibt ihnen Werkzeuge an die Hand, die für das Erkennen von Warnsignalen (z.B. Red Flags) und Kontraindikationen wichtig sind. Inhalte des Curriculums sind beispielsweise neben der Mobilisation hypomobiler Gelenkabschnitte auch die notwendige konsekutive Stabilisation hypermobiler Gelenke. Entsprechend dieses Ziels werden auch Aspekte der medizinischen Trainingstherapie berücksichtigt.
Ein Kursteil beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Recherche in Online-Datenbanken (z.B. PubMed) sowie der Auswertung von Suchergebnissen und der Beurteilung von aktuellen Forschungsergebnissen, was für die tägliche Arbeit von hohem Nutzen sein wird.

Vorbereitung auf die Blankoverordnung

Die Kursinhalte zu den Themen Dokumentation, Arztbericht und eigene Auswertung der therapeutischen Arbeit sind in Anbetracht der kommenden Blankoverordnung sicher sehr hilfreich für die Kursteilnehmer.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die multimodale Schmerztherapie bei akuten, subakuten und chronischen Beschwerden am Bewegungsapparat. Sie lernen das biopsychosoziale Modell ganz anschaulich an echten Patientenbeispielen in vivo kennen. Der ärztliche Bereich im interdisziplinären Team wird von einem Schmerztherapeuten mit Expertise unterrichtet. Die in der Schmerztherapie so wichtige physiotherapeutische Edukation wird von einem zertifizierten Physiotherapeuten (IGPS, VPT BaWü) in Theorie und Praxis gelehrt.

Ein weiterer Kursinhalt ist die Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) als komplexe Funktionsstörung, die eine multimodale Herangehensweise nach den Prinzipien des biopsychosozialen Modells in der Therapie verlangt und bislang in der Manuellen Therapie nur unzureichend thematisiert wird.

Komplexität der Beschwerdebilder aufgezeigt

Eine Therapie im Sinne einer reinen kiefergelenkbezogenen Be-trachtung und Mobilisation ist in den meisten Fällen nur wenig zielführend, gegebenenfalls sogar kontraproduktiv. Um dem Thema CMD auch im Rahmen der neuen Zertifikatsweiterbildung Manuelle Therapie den notwendigen Rahmen einzuräumen, beginnt die Weiterbildung mit diesem Unterrichtsblock. Einerseits dient das neue Curriculum dazu, die Komplexität von Beschwerdebildern am Beispiel der CMD zu veranschaulichen und damit die Verbindungen zwischen anatomischer Struktur, biomechanischer Funktion und psychosozialen Faktoren aufzuzeigen. Andererseits vermittelt es, wie sich die Therapie von Beginn an nach den Prinzipien des Clinical Reasonings in Diagnostik und Therapie kompetent und zielführend planen lässt.

Refresher inklusive

Im letzten Teil der Kursserie („Inkludierter Refresher“) vertiefen wir die Schwerpunkte der einzelnen Kursabschnitte nochmals. Zudem gibt es einen Dialog zwischen unserem ärztlichen neuro-chirurgischen Kursleiter und dem physiotherapeutischen Kursleiter. Das Thema ist die „optimierte Wirbelsäulentherapie, für ein gemeinsames Verständnis und Verantwortung bei Patienten mit spezifischen Rückenschmerzen“, angelehnt an das Curriculum des MT-Kurses.

Kursstart am 18.10.2019
Ort: Physiotherapie und Rehazentrum Raymond Binder, Schillerstr. 13, 72202 Nagold
Anmeldung: www.vpt-bw.de

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